Es ist in Deutschland schwieriger als man denkt, rechtzeitig zum Flughafen zu kommen. Dies ist schon das zweite Mal, wo mein Zug ueber eine Stunde Verspaetung hatte. Zum Glueck hatte ich wegen der aufwaendigen Sicherheitschecks am Flughafen einen Zug ausgewaehlt, der deutlich ueber drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein sollte, so dass ich jetzt immer noch reichlich Zeit hatte. Abgesehen davon, dass die Sicherheitsbeamtin ausgespruchen zudringlich war beim Abtasten, hat man aber von dem ganzen Security-Theater nichts gemerkt - es gab noch nicht mal eine Warteschlange, weder am Check-in noch an der Sicherheitskontrolle.
Es waren im Flugzeug nur noch Fensterplaetze frei, und das hat mich eigentlich geaergert, weil ich lieber am Gang sitze, wo man sich eher mal bewegen kann. Aber als ich dann ueber Groenland aus dem Fenster geschaut habe (da war das Wetter uebrigens deutlich besser als in Deutschland - keine einzige Wolke weit und breit) fand ich den Fensterplatz dann doch sehr schoen. Dort koennte es mir auch gefallen - von oben natuerlich wenig zu erkennen ausser vielen Gletschern und weiter noerdlich einer einzigen grossen Schneeflaeche. Die Berge zwischendrin sind kahl, obwohl alles fast auf Meereshoehe liegt: man konnte sehen, wie die Gletscher bis ans Meer reichen, wo sie zwischen vielen kleinen Inselchen haufenweise Eisschollen und Eisberge produzieren. Bei einigen konnte man sogar vom Flugzeug aus erkennen, wie sie sich unter Wasser weiter ausdehen als sie ueber die Oberflaeche hinausragen.
Die Filmauswahl im Flugzeug war akzeptabel (ich habe “RV” und “She’s the man” angeschaut), und so habe ich weder die vorsorglich in grosser Menge ausgedruckten Sudoku-Raetsel noch die Buecher im Gepaeck wirklich gebraucht. Aber es war trotztdem gut, dass ich wenigstens 2 von 3 mitgenommenen Buechern in Handgepaeck hatte, aber dazu spaeter mehr. Auch das Essen war reichlich (2 Mahlzeiten und 2x Snacks fuer 8 Stunden Flug), so dass ich meine mitgebrachten Wurstbrote gar nicht angetastet habe. Erst als ich auf dem Zollformular sah, dass man Fleisch nicht einfuehren darf, habe ich das bedauert…
Ach ja, es emfpiehlt sich, wenn man ein durstiger Mensch ist, im Flugzeug immer Sprite oder was in Dosen zu bestellen, weil man dann naemlich 0.33 l bekommt, und bei losen Getraenken (Osaft, Wasser) nur immer ein Becherchen voll.
Die Landung in Chicago war puenktlich, nur die ganzen Formalitaeten (Gepack abholen, zur Einwanderungsbehoerde, Fingerabdruecke und Foto machen lassen, zum Zoll, zum agricultural office, das Wurstbrot abgeben, dann das Gepaeck wieder abgeben) haben so lange gedauert, dass von den zweieinhalb Stunden Umsteigezeit fast nichts mehr uebrig war. Obwohl der Flug Frankfurt-L.A. von der Fluglinie unter einer einzigen Flugnummer und als Direktflug verkauft wird, muss man in Chicago sogar zu einem anderen Terminal! Das geht aber mit dem Terminal Train oder wie das Ding heisst, problemlos, und die Bewegung schadet einem nach dem langen Sitzen wirklich nicht.
Also weiter geht’s, diesmal nur knapp vier Stunden FLugzeit, dafuer aber 40 Minuten Wartezeit, bis wir starten duerfen: das Flugzeug stand wirklich kurz vor dem Runwway in einer Warteschlange zwischen lauter anderen Flugzeugen. Wieder habe ich einen Fensterplatz, aber diesmal ist wenigstens mein anderer Plan aufgegangen: dadurch, dass ich einen Sitz ganz weit hinten bestellt habe, ist der Sitz neben mir leer, weil Flugzeuge scheinbar immer von vorn nach hinten besetzt werden.
Auch hier ist die Filmauswahl okay, wobei es nicht wirklich eine Auswahl ist, denn es wird nur ein einziger Film gezeigt: The Sentinel, editiert in einer Kinder- und Flugzeugbildschirmfreundlichen Weise.
Der Amerikaner 2 Plaetze neben mir kommt aus der Gegend und erklaert mir, was ich alles unbedingt noch anschauen muss, waehrend ich ueberlege, wie ich wenigstens das Einkaufen zwischen Aufwachen und Jetlag-Ausschlafen hinkriegen soll…
Das Flugzeug hat Verspaetung, und das Gepaeck kommt auch nicht eben rechtzeitig auf dem Laufband an, so dass ich schon ein bischen nervoes (aber wirklich nur ein bischen!) werde, ob es mit dem Bus-Anschluss noch klappt: ich muss naemlich noch bis Santa Barbara, wo mein Kumpel wohnt. 3 Minuten vor der angegebenen Abfahrtzeit des Busses habe ich endlich meinen Rucksack ergattert, nur um dann an der Haltestelle zu erfahren, dass das ja die Abfahrtzeit an Terminal 1 waere, und dies sei Temrinal 7, das wuerde noch einige Zeit dauern, bis der Bus hier sei. Ja, das tut es auch, und abends nach Sonnenuntergang ist es doch schon recht kuehl hier, aber immer noch kein Vergleich zu dem Bus, wo die Klimaanlage auf Hochtouren laeuft und ich erst mal meine Wollsocken auspacke. um Punkt 23:00 Uhr Ortszeit - das ist 7 Uhr morgens in Deutschland - kommt der Bus in Santa Barbara an und mein Kumpel holt mich ab. Im Halbschlaf packe ich mein Waschzeug aus - und entdecke eine ziemliche Schweinere im Rucksack, aber davon im naechsten Beitrag mehr. Schnarch.
(Update 2006-09-11: Tippfehler korrigiert)