Sequoia VI - Avalanche Pass

Es war sehr warm nachts, keine Spur von den 0°C, die angeblich nachts im September auf 2000m Höhe herrschen sollen. Zum Frühstück gibt’s trotzdem warmen Tee, außerdem Haferflocken mit Rosinen und Kakao und Brot mit Nutella aus der Tube.
Das Mountain Hardware Zelt ist sehr gut belüftet: obwohl wir zu dritt waren und der Zeltplatz in einem Feuchtgebiet recht dicht an einem Bach lag, hat sich fast kein Kondenswasser am Außenzelt gebildet. Das Innenzelt besteht zu großen Teilen nur aus einem Moskitonetz, nur die oberen Wandstücke sind aus wasserdichtem Material.
Los geht’s, weiter bergan, und in kurzer Zeit erreichen wir den Avalanche Pass auf 3012m. Wie schon im Wanderführer beschrieben, ist die Aussicht aber alles andere als spektakulär, denn Bäume versperren die Sicht. Außerdem ist der Pass nicht sehr berg-mäßig, mehr wie ein flacher Hügel. Naja, wir machen trotzdem ein “Passfoto” (die Fotos sind noch nicht fertig sortiert, die gibt’s dann im letzten Beitrag). Dann geht’s auf der anderen Seite wieder runter, und zwar ganz ordentlich: der nächste Wegpunkt der Tour ist die Ranger Station “Roaring River”, die auf 2220m im Tal liegt. Leider geht die Alpenvereins-Zeitberechnung nicht ganz auf, weil wir nicht berücksichtigt haben, daß es außer den 800 Höhenmetern runter auch noch 10km waagerecht sind. Deswegen machen wir die Mittagspause schon an einem Hang oberhalb der Station, wo man den Roaring River zwar nicht sieht, aber schon hören kann. Dann geht’s im Eiltempo weiter, denn es liegen nochmal etwa 10 km Strecke vor uns. Die Gegend ist zwar ganz hübsch (vorausgesetzt, man findet zwischen den Kiefern ein Guckloch mit Ausblick auf die umliegenden Berge), aber ansonsten eher ungastlich: staubig, warm, sehr staubig, zu viele Mücken, und habe ich schon den Staub erwähnt? Das ist also der Colby Pass Trail. Immerhin gibt es zwischendurch ein paar Bäche, so daß wir unsere Wasservorräte auffüllen können. Entgegen unseres ursprünglichen Plans, jeder 3 Liter Wasser herumzuschleppen, stellen wir uns jetzt auf 1,5l pro Person ein und filtern dann bei Bedarf ein einem Bach mehr. Mit den Bächen ist es so eine Sache: bei der ersten komplizierten Flußüberquerung schafft es einer von uns (ich will ja keine Namen nennen ;-) ) auszurutschen und … nein, nicht reinzufallen, aber er/sie steht mit beiden Füßen im Wasser und die Stiefel sind vollgelaufen (natürlich ist er/sie nicht einfach ausgerutscht, sondern die Steine haben sich unter seinen/ihren Füßen bewegt). Die Wanderstöcke sind da wirklich eine große Hilfe und verhindern wahrscheinlich ein weiteres Unglück.
Wir gehen bis Big Wet Meadow (die heißt wirklich so, und so sieht sie auch aus, was nicht unbedingt einen mückenfreien Abend verspricht) auf 2610m, und am anderen Ende der Wiese befindet sich ein Lagerplatz mit Feuerstelle. Immerhin hat man von der Wiese aus endlich mal freie Sicht auf die Berge am Rande der Schlucht, durch die wir gerade laufen. Wirklich beeindruckend, und wie Physi immer wieder betont, sehr gut zum klettern geeignet :-)

Zusammenfassung:
Strecke: 22 km
Höhenmeter: rauf 800m, runter 800m
Zeit: 8 Stunden 40 Minuten




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