Sequoia VII - Colby Lake und Colby Pass

Heute steht ein Highlight auf dem Plan: der Colby Lake. Nach dem Gelatsche durch den Staub wird er eine willkommene Abwechslung sein. In der Höhe, in der wir jetzt so herumlaufen, ist es ziemlich anstrengend, weiter hoch zu gehen, und wir brauchen für die 500 Höhenmeter bis zum See 2 1/2 Stunden. Dann aber nichts wie rein ins kühle Naß, mit mehr oder weniger Begeisterung - ich brauche einen zweiten Versuch, um es lange genug drin auszuhalten, daß ein Beweisfoto gemacht werden kann. Aber man fühlt sich auf alle Fälle frisch gewaschen. Im Hintergrund sieht man Schneefelder auf den Berghängen. Der See liegt auf 3175m.
Wir machen eine ausgiebige Mittagspause, bevor wir uns an die zweite Hälfte der Tour wagen: Aufstieg zum Colby Pass. Da kommt uns tatsächlich jemand entgegen, die Serpentinen vom Pass herunter! Naja, heute morgen hatten wir auch schon Geräusche von einem anderen Lagerplatz her gehört. Ganz so solitary ist der Circle of Solitude wohl doch nicht.
Am Pass auf 3600m gibt’s wieder eine Passfoto-Pause. Es kommt ein “Cowboy” mit einem Trupp Maultiere vorbei, die mit Leichtigkeit den steilen Pfad erklimmen - warum sind die Viecher in dieser Höhe soviel munterer als wir, obwohl sie viel mehr Gepäck tragen?

Der Plan sieht eigentlich vor, daß wir bis zur Junction Meadow gehen, die auf 2400m liegt, aber da sich das Tal mal wieder länger hinzieht als man an den Höhenmetern allein sieht, wird daraus nichts. Besonders das letzte Stück, das wir heute gehen, zerrt an den Nerven (und den Füßen) - es geht einfach nicht richtig abwärts, immer wieder über kleine Hügel hoch und runter. Physi hat die Nase voll (Staub) und marschiert voraus, damit er’s schnell hinter sich hat, und Vince paßt hinten auf, daß ich nicht den Pfad aus den Augen verliere.
Es dämmert schon, als wir endlich am Rockslide Lake (da ist gar kein See) das Zelt aufschlagen und ein Feuerchen machen. Wie jeden Abend gibt es Tütenfutter, das man zubereitet, indem man heißes Wasser in die Tüte mit dem Zeug schüttet und es eine Weile stehen läßt. Wir brauchen zu dritt tatsächlich sechs Portionen (= drei mal “serves 2″), die meist ungefähr im Verhältnis 3:2:1 auf Vince, Physi und mich verteilt werden.

Zusammenfassung:
Strecke: 17 km
Höhenmeter: rauf 1000m, runter 950m
Zeit: knapp 10 Stunden




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